Portrait: Krimiautor Erwin Kohl
26. Jul 2006 von Christoph Kaufmann
Soeben ist Grabtanz, der neueste Kriminalroman von Erwin Kohl in einer eBook Ausgabe erschienen. Ein guter Grund das spannende Leben des Autors einmal etwas genauer vorzustellen.
Nach erfolgreichem Abschluss der Handelsschule sehnte sich Erwin Kohl schon frühzeitig nach dem bis dato noch nicht verdienten Ruhestand und begann eine Beamtenlaufbahn bei der Deutschen Bundespost.
Durch diverse wirtschaftliche Kahlschläge beungünstigt, beschloss Kohl bereits in jungen Jahren, sein kärgliches Gehalt aufzubessern. Gleich bei seinem ersten Nebenjob sollte ein Grundstein für seine heutige Laufbahn gelegt werden. Als Friedhofsgehilfe hat er so einige vom Zahn der Zeit entblößten Gebeine und Schädel zu Tage gefördert, um Raum für »frische« Leichen zu schaffen.
Mit dem Wissen über die menschliche Endlichkeit gewappnet, machte er sich anschließend auf den Weg von Haustür zu Haustür, um seine Mitmenschen über den Sinn einer Lebensversicherung aufzuklären. Nach vielen gescheiterten Erklärungsversuchen beschloss Kohl, von nun an die Menschen zu erheitern und ihren tristen Alltag zu verschönern. Das örtliche Kino kam dazu wie gerufen. Als Filmvorführer, Kassierer und Barkeeper in Personalunion schmiss er den Laden hoffnungsfroh. Aber wieder sollte er mit dem Tod konfrontiert werden. Man sprach vom großen Kinosterben. Ein Jahr darauf stand ein Supermarkt an dessen Stelle und Kohl davor. Um nicht länger herumstehen zu müssen, machte er den Taxischein. Insgesamt und nicht am Stück kutschierte Kohl zwölf Jahre die Menschen quer durch den Niederrhein. Zwischendurch unternahm er den Versuch, mittels einer eigenen Partnervermittlung eine gesicherte ebenexistenz zu erlangen. Dieser scheiterte jedoch an Anspruch und Wirklichkeit. Im Detail sah man es als seine Aufgabe an, diverse Gummibestiefelte und Hof erbende Jungbauern des unteren Niederrheins mit den Models der rheinischen Metropolen in Einklang zu bringen.
Nach einigen Frustbierchen kam ihm die zündende Idee. Eine Kneipe musste es sein! Die
Gaststätte auf dem flachen Land lief auch gut, bis der Besitzer Mitleid mit seinem wenig nützlichen Neffen bekam und ihm das Lokal übergab. Kurzerhand kaufte Kohl sich einen alten VW-Bus von seinem Arbeitgeber und baute ihn zum Eiswagen um. Das Geschäft lief gut, leider nur im Sommer und so saß Kohl schon kurze Zeit später wieder im Taxi.
Im Sommer 2002 begann schließlich seine kriminelle Laufbahn. Drei Wochen Aktivurlaub an der Nordsee sollten es werden. In der ersten Woche zerbrach allerdings sein großer Zeh. Also ab in die Gartenliege mit einem Stapel Krimis. Ständig nörgelte er herum. Mal war der Täter zu naiv, mal die Polizei zu einfältig.
Bis er den Beschluss fasste, es selber zu versuchen. Tja, und so begann es …
Die erfolgreichen Früchte seiner Arbeit als Krimiautor finden Sie als eBook Ausgaben bei www.beam-ebooks.de und als Paperbacks beim Gmeiner Verlag.
