Interview zum Krimi Puppenjäger
22. Jul 2006 von Christoph Kaufmann
Der Thriller Puppenjäger ist nichts für schwache Nerven. In diesem Interview erzählen die Autoren Gabriele Keiser und Wolfgang Polifka wie dieser spannende Krimi entstanden ist.
Eine Frage, die Ihnen sicher oft gestellt wird, unsere Leser aber immer wieder interessiert: Wie funktioniert das denn, wenn man gemeinsam einen Krimi schreibt? Sie wohnen nicht sehr dicht beieinander, oder?
200 Kilometer Distanz – es könnten auch 2000 Kilometer sein – sind für E-Mail und Telefon kein Problem. Eher schon das Zusammenschmieden manchmal ziemlich konträrer Vorstellungen zweier Autoren mit unterschiedlichem Hintergrund. Obwohl jeder von uns auch eigenständig Geschichten verfasst, ermöglicht das »vierhändige Schreiben« einen besonderen Reiz, der in etwa dem Schmieden einer Damaszenerklinge vergleichbar ist: Beim Verschmelzen von Metallen unterschiedlicher Härte entsteht bei dem richtigen Bearbeitungsverfahren am Ende ein Unikat aus einem Guss.
Der Titel »Puppenjäger« weckt viele Assoziationen. Wie kamen Sie auf diesen Titel und werden wirklich »Puppen« gejagt?
Sie sollen natürlich nicht zu viel verraten …
O ja. Der Titel »Puppenjäger« spiegelt einen wichtigen Aspekt unseres Romans wider, der in der Tat viele Assoziationen zulässt. Puppe – das ist die Bezeichnung sowohl für ein Spielzeug als auch für eine junge, hübsche Frau. Und es gibt die »Puppe« genannte Hülle, in der Insekten ein Stadium der Metamorphose durchlaufen … Dieses Thema hat sehr viele Facetten, die bisher im Krimi noch nicht in vergleichbarer Form aufgegriffen wurden.
Ihr Krimi ist sehr komplex und greift aktuelle Themen auf. War im Vorfeld viel Recherche notwendig?
Sie haben Recht, für diesen Krimi war sehr viel Recherche notwendig. Allerdings vertrauen wir nicht nur auf übermittelte theoretische Fakten, sondern unsere Art der Recherche enthält auch viel persönliches Erleben. Um nur ein typisches Beispiel zu nennen: Einen Handlungsort wie Dubai selbst kennen gelernt zu haben, dort mit Menschen – Einheimischen und Fremden – sprechen zu können, die regionalen Tageszeitungen zu lesen, vermittelt viele persönliche Bezüge, die eine reine Buch- oder Internetrecherche nicht leisten kann. Und es gibt immer Menschen, die unsere Arbeit mit ihren speziellen Fachkenntnissen unterstützen, wie unser IT-Berater.
Gibt es bereits Krimis, die Sie gemeinsam veröffentlicht haben?
Unter dem gemeinsamen Pseudonym LEA WOLF haben wir bereits zwei Krimis veröffentlicht. »Kalt ist der Schlaf« und »Im Roten Schein der Nacht« spielen in der fiktiven hessischen Stadt Philippsberg. Wir leugnen nicht, dass Marburg an der Lahn hierfür Pate gestanden hat, eine Stadt, die wir beide aus eigenem Erleben kennen.
Aisha Khan ist eine sympathische junge Frau – wird es einen neuen Fall geben, in den sie verwickelt wird?
Als Journalistin wittert sie immer wieder eine neue Story und der Kriminalist Janic Covacz und sie sind ja gut befreundet …
Die multikulturellen Aspekte, die in den Hauptpersonen, besonders aber in der Figur der Aisha Khan angelegt sind, bedeuten uns sehr viel. Natürlich haben wir schon eine sehr konkrete Idee für das nächste Abenteuer von Aisha & Co. Die Recherche läuft bereits auf vollen Touren.
Wo spielt dieser Krimi hauptsächlich?
Spielen auch andere Schauplätze eine Rolle?
Der Stadtteil Höchst der Mainmetropole Frankfurt ist sozusagen unsere Ausgangsbasis. Hier sindgroße Teile des Krimis angesiedelt. Aber wir entführen unsere Leser auch in andere Städte wie Dubai, Prag und Stettin. Allerdings jonglieren wir gern ein bisschen mit der Realität und halten uns nicht immer an real existierende Örtlichkeiten. Othmarsdorf an der Ostsee wird man auf der Landkarte vergeblich suchen, doch den beschriebenenLeuchtturm als Feriendomizil gibt es wirklich.
Vielen Dank für die interessanten Auskünfte.
Die eBook Ausgabe von Puppenjäger ist bei beam-eBooks.de für 4,95 EUR als eBook erhältlich (www.beam-ebooks.de/ebook/638). Die Printausgabe ist im Gmeiner Verlag erschienen.
